monatliche Übersicht über die Audiobeiträge und die Magazinsendung

südnordfunk Newsletter #138 | Januar 2025

 
    südnordfunk #138                                                                       Webansicht
 
 

     Die iz3w Magazinsendung im November 2025

  
 

Feministische Arbeitskämpfe in der Textilindustrie in Myanmar, Aufruhr und Proteste auf den Straßen in Lomé/Togo, die militärische Hochrüstung im südchinesischen Meer: Unsere Themen in diesem südnordfunk scheinen nichts Verbindendes zu haben.

Doch alle drei Themen sind - auf lokaler Ebene und im gelebten Alltag der Menschen - Ausdruck der Polykrise, von der so viel die Rede ist. Die Vielfachkrise: Angriffskriege, Energiepreisexplosion, Inflation, Demokratieabbau und Klimakatastrophe. Es jagt nicht nur eine Krise die nächste. Die desolaten Krisenlösungsstrategien werden geradezu globalisiert: Allerorten soll wirtschaftliche Stagnation durch ressourcenintensives Wachstum wettgemacht werden, die Fossilindustrie tritt als Krisenprofiteur auf. Wirtschaftslibertäre Schocktherapien wie in Argentinien sind auf dem Vormarsch. Die Militarisierung der Gesellschaft angesicht der zahlreichen Kriegsschauplätze scheint die dominante Rezeptur gegen jegliche Sicherheitskrisen. Egal, ob diese real sind (wie Terror) oder herbeigeredet (wie der sogenannte Bevölkerungsaustausch). 

Das Resultat all dessen: Der Abbau demokratischer Strukturen durch autoritäre Regime und rechte Bewegungen. Im Dossier »Die Vielfachkrise – noch reparabel?« unserer südnordpolitischen Zeitschrift fragten wir schon letztes Jahr nach den internationalen Wechselwirkungen dieser multiplen Krise(n). Die drei Schauplätze, die wir heute im südnordfunk besuchen, sind also auch Ausdruck des Krisenkomplexes.

Sicher fragen unsere Hörer*innen sich, wie und nach welchen Kriterien der südnordfunk seine Themen auswählt angesichts der sich überschlagenden Ereignisse. Denn eine Stunde Sendezeit im Monat kann nur wenige Schauplätze hörbar machen. Der südnordfunk lässt die Stimmen derer zu Wort kommen, die sich im Globalen Süden gegen die Normalisierung der Krisen wehren, die trotz starker Repressionen aufbegehen, die die Krisenmitverantwortlichen nicht einfach länger gewähren lassen wollen. Von daher sprechen wir oft mit Menschenrechtsverteidiger*innen, Jurist*innen, Kampagneninitiator*innen und kritischen Analyst*innen, deren Stimmen in den Debatten um die Vielfachkrise in Europa eher selten zu hören sind.

Diesen Monat ist es eine Gewerkschaftsaktivistin aus Myanmar, ein kritischer Analyst der Militarisierung aus den Philippinen, ein Vertreter der Bewegung »Tournons La Page« aus Togo, die zugleich Teil eines afrikanischen Bündnisses junger Menschen ist, die einen Wandel der politischen Herrschaftssysteme in ihren Ländern fordern. 

Euer südnordfunk Team

 

 

Portrait von Fovi Katakou - Vertreter der Protest-Bewegung Tournons La Page  in Togo | Foto: privat

Die Magazinbeiträge

 

Togo

»Der erste Schritt ist die Befreiung des Wortes«

Die junge Bewegung hinter den Protesten in Togo setzt darauf, dass Menschen wieder den Mut finden, sich frei zu äußern. Genau das machen sie nun vor.

Der 6. Juni 2025 markiert den Beginn einer neuen Protestbewegung in Togo. Vor allem junge Menschen, die Generation Z, erheben ihre Stimme gegen die Zumutungen des Alltags, gegen fehlende Zukunftsperspektiven und gegen das, was für sie eine »ewige Diktatur« geworden ist: die bald 60 Jahre währende Herrschaft der Familie Gnassingbé. Im Interview mit dem südnordfunk erklärt Fovi Katakou, ein Vertreter der Bewegung, warum gerade der 6. Juni zu einem Symbol für den Wunsch nach Freiheit wurde – und welche Rolle soziale Medien dabei spielen, vor allem TikTok. Audio mit Skript

 

Südchinesisches Meer, Japan und die Philippinen

Wird der Indo-Pazifik endgültig zum Pulverfass?

Mit der Aufrüstungsspirale im südchinesischen Meer steigen auch die geopolitischen Spannungen

Im Westen wird das Aufrüsten der Volksrepublik China immer wieder befürchtet. Während über die militärische Supermacht China auch in deutschen Medien diesen Sommer viel berichtet wurde, fällt der Blick nur seltener auf die Nachbarstaaten, die am meisten von der Außenpolitik der Volksrepublik betroffen sind, wie die ASEAN Staaten oder Japan. Das Südchinesische Meer ist ein strategisch und wirtschaftlich bedeutendes Seegebiet und hat sich zu einem gefährlichen geopolitischen Spannungsfeld entwickelt. Japan schraubt wegen der wachsenden Spannungen mit China und Nordkorea seine Verteidigungsausgaben hoch. Und auch die Philippinen sind von der Rüstungsspirale ergriffen. Wird der Indo-Pazifik endgültig zum Pulverfass? Audio mit Skript

 

 

Myanmar: Feministische Arbeitskämpfe

»Die Gefahr, verhaftet zu werden, ist immer da«

Interview mit der Gewerkschaftsaktivistin Toni Huber aus Myanmar

Wie sehen Arbeitskämpfe in einer Militärdiktatur aus? Und was hat die Kampagne »Menstruationsprodukte für alle« mit Lieferketten zu tun? Das erläutert die Gewerkschaftsaktivistin Toni Huber aus Myanmar im Gespräch mit dem südnordfunk. Frauen, die für ihre Rechte als Arbeiterinnen kämpfen, stehen oft am Anfang von Lieferketten, zum Beispiel in der Textilindustrie. In Myanmar stellen sie das aufgrund seiner Intimität oft tabuisierte Thema der Frauengesundheit in den Mittelpunkt einer internationalen Kampagne. Ein weiterer Punkt sind überlange Arbeitstage. Ebenfalls thematisiert wird der Widerstand der Bevölkerung gegen die verhasste Militärdiktatur in Myanmar.


 

 

 

 

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