Berichte über Abschiebungen nach Kolumbien, das Weltwirtschaftsforum in Davos und den Umgang mit der Klimakrise
Kann es denn noch schlimmer kommen? Diese Frage fiel in letzter Zeit häufig. Und die Antwort der Ereignisse lautet leider: Ja! Der Wahlsieg Trumps im November hat eine neue Ära eingeleitet, die uns aus süd-nordpolitischer Perspektive noch lange auf Trapp halten wird – die Abschiebungen nach Kolumbien waren da wahrscheinlich nur ein kleiner Vorgeschmack. Die Eliten der Weltwirtschaft tagten Mitte Januar in Davos, wo sie mit Sicherheit nicht am Voranschreiten der globalen Gerechtigkeit gearbeitet haben. Das geopolitische Klima ist allgemein eisig, Klimagerechtigkeit nachrichtlich noch der Rede wert. Da befinden wir uns eh schon mitten im Kollaps, mit dem es zu leben gilt. Wie das gelingen könnte, hört ihr unter anderem in der aktuellen südnordfunk Ausgabe. Ach so, dann gibt es ja noch die AFD. Da hilft aber nicht Radiohören, sondern nur auf die Straße gehen.
In diesem Sinne, euch allen viel Schwung und Protestenergie für die Zeit vor der Wahl.
Euer südnordfunk Team
Ganze Sendung #129

Aktivist*innen marschieren Richtung Davos| Foto: privat Selina Röcker
Die Magazinbeiträge

Davos
Strike WEF! Globale Kritik am Weltwirtschaftsforum
Reportage
Gegen eine Wirtschaft, von der vor allem große Unternehmen und Staaten im Globalen Norden profitieren – haben sich in der Schweiz Mitte Januar viele Menschen zu einer Protestwanderung aufgemacht. Am Wochenende vor dem Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) in Davos sind sie mit Bannern, Rufen und Musik an zwei Tagen Richtung Davos gewandert. Antonia Vangelista hat sich für uns auf der Protestwanderung umgehört, welche Kritik es insbesondere aus Süd-Nord-Perspektive am WEF und der Weltwirtschaft gibt. Von Antonia Vangelista.

Kolumbien
Donald Trumps Abschiebepläne und die US-Kolumbianischen Beziehungen nach dessen Amtsantritt
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will in den ersten Wochen der neuen Amtszeit beweisen, dass sie die vermeintlichen Probleme im Land angeht. Besonders in die USA eingewanderte Menschen stehen dabei im Fokus. Es kommt landesweit zu Razzien durch die Migrationsbehörde ICE, die sich besonders gegen Menschen aus Lateinamerika richten. Migrant*innen werden von Regierungsfliegern oder Militärmaschinen in ihre Heimatländer zurückgebracht. Als der Präsident Kolumbiens, Gustavo Petro, zwei dieser Abschiebemaschinen des Militärs vergangene Woche die Landung verweigerte, löste er damit eine kurze, aber heftige diplomatische Krise zwischen beiden Ländern aus. Kolleginneninterview mit David Graaff.

Interview
»Klimaschutz isch over!«
Der Aktivist Tadzio Müller plädiert für ein solidarisches Miteinander innerhalb der Klimakrise
Wir erleben eine eskalierende Klimakatastrophe, eine Verrohung der gesellschaftlichen Mitte und damit einhergehend den Aufstieg faschistischer Bewegungen. Was kann die Klimabewegung noch tun, wenn sich die Gesellschaft gegen den Klimaschutz entschlossen hat und eine Phase ökologischer und sozialer Kollaps-Dynamiken begonnen hat? Der Politikwissenschaftler und Klimaktivist Tadzio Müller plädiert dafür, dass die Klimabewegung den Kontext des Kollaps akzeptieren und als Aktionsfeld von Morgen erkennen muss, um wieder handlungsfähig zu werden: Wir kämpfen nicht mehr gegen, sondern in der Klimakatastrophe. Die drängende Frage ist: welche Menschen wollen wir in der Dauerkatastrophe sein? Wie können wir noch Gerechtigkeit und Emanzipation erkämpfen?
