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südnordfunk Newsletter #137 | Oktober 2025

 
    südnordfunk #137                                                  Webansicht
 
 

     Die iz3w Magazinsendung im Oktober 2025

  
 

Kunst als Widerstand – das ist das verbindende Thema unserer heutigen Sendung. Wir widmen uns künstlerischen Protestformen aus verschiedenen Regionen des Globalen Südens und fragen: Welche Rolle spielen Kreativität, Musik und visuelle Kunst in den politischen Kämpfen der GenerationZ?

Kunst schafft Räume, wo andere verschlossen sind. Wo staatliche Repression politische Organisation erschwert, wo Gewalt den öffentlichen Raum dominiert, da eröffnet Kunst alternative Handlungsmöglichkeiten. Sie ist nicht nur Medium der Anklage, sondern auch der Utopie - entwirft Gegenbilder zur herrschenden Realität, imaginiert andere Zukünfte, andere Gesellschaftsordnungen. Und: Künstlerischer Protest kann hochriskant sein. Während im Globalen Norden Kunstfreiheit weitgehend geschützt ist, setzen sich Künstler*innen im Globalen Süden oft existenziellen Gefahren aus – Verfolgung, Zensur, Gewalt. Dennoch machen sie weiter, gerade weil ihre Stimmen so dringend gebraucht werden.

Kunst im Globalen Süden ist daher selten l'art pour l'art – sie ist oft unmittelbar mit gesellschaftlichen Realitäten verwoben. Ob Street Art in mexikanischen Grenzstädten, afrofuturistische Visionen aus Togo oder Protestsongs in Hongkong: Künstlerische Ausdrucksformen werden zu Werkzeugen des Widerstands, der Selbstermächtigung und der kollektiven Identitätsbildung.

 

Hört selbst!

 

Demonstrationen 2019 in Hongkong | Foto: tse-kai-wong-unsplash

Die Magazinbeiträge

 

Togo

Technomagie und Kunst, die die Welt repariert

Antonia Vangelista nimmt Euch mit in die Austellung »The Currency Lab Technomagies«, die von Mai bis Juli 2025 in Freiburg zu sehen war. Im Oktober 2025 gastiert die Ausstellung in Dresden. Sie blickt auf Währungen, Werte und Zukunftsvisionen auf dem afrikanischen Kontinent. Der südnordfunk berichtet direkt aus der Ausstellung und hat außerdem mit Elom20ce gesprochen. Er ist einer der zentralen Künstler der Ausstellung.

 

Mexiko

»Gemeinsames Malen als Flucht vor Alltagssorgen«

Das Kunstkollectiv Perras Bravas in Ciudad Juarez

Ciudad Juárez – eine Stadt, die seit den 1990er Jahren zum Synonym für Frauenmorde geworden ist. Hier, in der mexikanischen Grenzmetropole, wurde der Begriff Femizid zum ersten Mal verwendet. Hier wuchsen junge Frauen auf, für die Gewalt, Mord und das Verschwinden von Mädchen zur Alltagsrealität gehörten.

Drei von ihnen haben sich zusammengetan: Die Künstlerinnen Poli no Police, Nayo und C Is for Scorpio nennen sich Perras Bravas – Bissige Hündinnen. Mit Street Art erobern sie sich den öffentlichen Raum zurück, der ihnen als Frauen verwehrt werden sollte. Sie kleben Paste-Ups an Wände, malen Graffiti und schaffen damit nicht nur politische Kunst, sondern auch einen Safe Space füreinander. Kathrin Zeiske hat das feministische Kollektiv in Ciudad Juárez getroffen und mit ihnen gesprochen.

 

  

 

Ostasien

Von »Glory to Hong Kong« bis K-Pop-Lightsticks

Die Rolle von Musik in ostasiatischen Demokratiebewegungen

Welche Rolle spielt Musik in politischen Protestbewegungen? Die Forscherinnen Miriam Bartolozzi und Phuk Nguyen (Nwien) von der Universität Macerata erläutern, wie Protestmusik kollektive Identität formt, emotionale Solidarität schafft und vergangene mit gegenwärtigen Kämpfen verbindet.
 
Am Beispiel der Proteste gegen das Auslieferungsgesetz in Hongkong, der Sunflower Bewegung in Taiwan und der Demonstrationen für ein Amtsenthebungs­verfahren in Südkorea seit den 2010er Jahren erläutern sie sowohl Gemeinsam­keiten als auch deutliche Unterschiede zwischen den drei Bewegungen – insbesondere, was den Konfrontationsgrad der Musik und die politischen Rahmenbedingungen für die jungen Protestierenden betrifft. Was sind die Risiken für Künstler*innen, die sich politisch äußern? Kann Musik zum Erfolg oder Scheitern von Protestbewegungen beitragen? Ein Beitrag von Eva Gutensohn.
 

 

 

 

Zuletzt haben einige Protestwellen autoritäre Regime im Globalen Süden
erschüttert, deren Träger*innen im Besonderen junge Menschen wie
etwa Studierende sind. Obwohl die Protestwellen sehr unterschiedliche
Hintergründe, Ziele und Verläufe haben, werden sie oft als zusammenhängend begriffen.

Wird hier nur diskursiv ein Phänomen hergestellt? Was zeichnet die Proteste aus und was haben sie möglicherweise gemeinsam? Geht es um die globale Vielfachkrise, die besonders die junge Generation trifft? Und wie lässt sich die aufstrebende jungfaschistische Mobilisierung im Globalen Norden einordnen?

Online hier lesen ab 21. Oktober 

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► Jeden dritten und vierten Samstag jeweils um 16 Uhr im Monat bei Radio Flora in Hannover
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► Jeden zweiten Dienstag im Monat um 16 Uhr beim Querfunk in Karlsruhe 
► Jeden zweiten Dienstag im Monat um 18:30 Uhr bei Radio ARA in Luxembourg
► donnerstags alle 4 Wochen in der geraden Kalenderwoche um 18 Uhr bei Radio Free FM Ulm 
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