monatliche Übersicht über die Audiobeiträge und die Magazinsendung

südnordfunk Newsletter #142 | März 2026

 
    südnordfunk #142                                                                       Webansicht
 
 

     Die iz3w Magazinsendung im März 2026

  
 

Anlässlich des feministischen Kampftages haben wir ein Programm rund um feministische Kämpfe im Globalen Süden gestaltet.

Dazu blicken wir nach Mexiko, wo sich in Ciudad Juárez an der mexikanisch-amerikanischen Grenze , Fabrikarbeiterinnen gegen die unsichtbare Gewalt der globalen Lieferkette organisieren. Dorothea Bornewasser hat einen Beitrag dazu gemacht. 

In Nordsyrien gerät mit Rojava eine der radikalsten feministischen Gesellschaftsexperimente der Gegenwart unter militärischen Beschuss. Kolleg*in Kio hat sich für uns mit diesem Thema beschäftigt.

Und Eva Gutensohn wollte wissen, wie es in Iran dazu kam, dass immer mehr Frauen ihr Leben riskieren, um sich dem Regime zu widersetzen – schließlich hat seit dem Tod von Mahsa Jina Amini 2022 die Bewegung »Frau, Leben, Freiheit« eine neue Generation politischer Akteurinnen hervorgebracht. Und, welche Rolle Musik bei den Protesten vor gut drei Jahren spielte.

Euch allen viel Schwung für den 8. März! 

Ganze Sendung #142 hören

Wandkunst in der Wiener Schwedengasse von Btoy: »Frau, Leben, Freiheit« | Foto: Herzi Pinki | CC BY-SA-4.0

Die Magazinbeiträge

 

Iran

All Eyes on Iran!

Feministisch getragene Proteste gegen das Regime

Der feministische Kampf in Iran ist älter als die islamische Republik – er reicht zurück bis 1905. Aber seit 1979 hat das Regime systematisch Frauen kontrolliert: ihren Körper, ihre Stimme, ihre Sichtbarkeit. Der Hijab ist dabei nie nur ein Stück Stoff gewesen. Er ist das sichtbarste Symbol eines Systems, das seine Legitimität aus der Unterdrückung der Mehrheit zieht. Als Mahsa Jina Amini 2022 stirbt, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, schlägt der Funken über. Was folgt, ist keine gewöhnliche Protestwelle – sondern eine Bewegung, die Frauen erstmals nicht als Symbolfiguren, sondern als politische Akteurinnen in den Vordergrund stellt. Frau, Leben, Freiheit. Wir nähern wir uns diesen Bewegungen aus unterschiedlichen Perspektiven an: Samira Bazmara blickt mit uns in die Geschichte feministischer Proteste. Die junge Iranerin Panjan hat 2023 selbst erlebt, wie es ist, auf der Straße festgehalten zu werden und trotzdem nicht zu schweigen. Und Felicia Fehlberg untersucht in ihrer Bachelorarbeit, welche Rolle Musik bei den »Frau, Leben, Freiheit« Protesten spielte.

 

Nord/Ostsyrien

»Das Verschwinden einer Utopie«

Was bleibt vom demokratischen Aufbruch in Nord- und Ostsyrien?

Seit Beginn des Jahres wurde die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien im Zuge einer militärischen Blitzoffensive durch die syrische Übergangsregierung und ihre Verbündeten in weiten Teilen zurückgedrängt. Mit den Angriffen gerät nicht nur ein politisches Projekt unter Druck, sondern auch die konkrete Utopie einer freieren, basisdemokratischen und geschlechtergerechten Gesellschaft, in der sich insbesondere für Frauen und queere Menschen neue Räume von Teilhabe und Selbstbestimmung erkämpft hatten. Im Gespräch mit Anita Starosta von medico international finden wir heraus, was die aktuellen Angriffe für die Menschen vor Ort bedeuten. Wir sprechen auch über die Zukunft des Projektes Rojava und darüber, was es jetzt braucht, um den zivilen Widerstand und die verbliebenen selbstverwalteten Strukturen solidarisch zu unterstützen.

 

 

Mexiko

»Wir haben nur unsere Hände zum Arbeiten«

Mexikanische Frauen am Ende der Lieferkette

In Ciudad Juárez, der mexikanischen Grenzmetropole zu den USA, laufen die Fließbänder rund um die Uhr. In knapp 300 Montagefabriken – den sogenannten Maquilas – fertigen Arbeiterinnen Autoinnenelektronik, Glasfaserkabel und Roboter für Weltmarktkonzerne wie Bosch, Lear Corporation und Elektrolux. Ein Viertel der Stadtbevölkerung arbeitet hier, zu niedrigen Löhnen, in strengen Schichtsystemen, ohne echte gewerkschaftliche Vertretung. Das Kollektiv Rosa Luxemburgo wurde von Fabrikarbeiterinnen gegründet, die das ändern wollen. Betty Ávalos und Norma Garduño begleiten Frauen bei der Durchsetzung ihrer Arbeitsrechte, kämpfen für kürzere Arbeitszeiten, bessere Gesundheitsversorgung und die Anerkennung von Berufskrankheiten. Dabei stoßen sie auf eine Realität, in der Gewalt am Arbeitsplatz normalisiert ist, Kinderbetreuung fehlt und Jugendliche zwischen Drogenabhängigkeit und organisierter Kriminalität aufgerieben werden. Dorothea Bornewasser hat die Frauen des Kollektivs besucht und erzählt von struktureller Ausbeutung – aber auch von Widerstand, Solidarität und der Überzeugung, dass Arbeit kein Schicksal, sondern ein Politikum ist.

 

 

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