| südnordfunk Newsletter #131 | April 2025 |
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Die iz3w Magazinsendung im April 2025

Die koloniale Vergangenheit reicht ins Jetzt hinein. Das machte jüngst ein Besuch der Maka aus Kamerun in Freiburg deutlich. Die Gebeine ihrer Vorfahren lagern seit mehr als 100 Jahren in der Alexander-Ecker-Sammlung an der Universität Freiburg. Und nicht nur in Kamerun haben die deutschen Kolonialherren ihr Unwesen getrieben. Auch in Ozeanien, den Inseln nordöstlich von Australien. Bis heute lagern kulturelle Schätze von dort in der Ethnologischen Sammlung des Museums Natur und Mensch in Freiburg. Die Geschichte dieser Objekte wird aktuell erforscht.
Außerdem in der Sendung: Worum geht es bei dem aktuellen Konflikt im Osten der DR Kongo? Wir sprechen darüber, welche Ursachen die Kämpfe dort haben, wie es der Bevölkerung dort geht und welche Anzeichen für Frieden es gibt.
Ganze Sendung #131 hören (abrufbar bis zum 10.4.)

Während der Kämpfe zwischen Militär und M23 mussten viele Menschen im Osten Kongos ihre Dörfer und Häuser verlassen – knapp 780.000 Menschen sind auf der Flucht. | Foto: Pole Institute
Die Magazinbeiträge

Demokratische Republik Kongo
Interviews mit Dr. Nene Morisho und Rouddy Kimpioka
So wirklich ruhig scheint es in der Demokratischen Republik Kongo, im Zentrum des Afrikanischen Kontinents, nie zu sein. Aber seit Anfang diesen Jahres ist die Situation im Osten des Landes weiter eskaliert. Eine bewaffnete Rebellengruppe, die M23, hat mehrere Städte in Ostkongo eingenommen. Nach Regierungsangaben sind dabei 7.000 Menschen gestorben, knapp 780.000 Menschen sind auf der Flucht. Mehr zur Lage im Interview mit dem Ökonom und Leiter des Pole Institute Dr. Nene Morisho und dem Sozialunternehmer und Aktivisten Rouddy Kimpioka - mit Lars Springfeld und Antonia Vangelista.

Besuch der Maka aus Kamerun
Das in Rom ansässige Ständige Völkertribunal PPT* organisiert regelmäßig internationale Tribunale. Im Juni 2024 saß Indonesien auf der Anklagebank – wegen Landraub, gewaltsamer Unterdrückung, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in West Papua. Der Anwalt Leonardo Ijie ist einer der zentralen Zeugen im Verfahren. Magdalena Kafiar hat Menschenrechtsverbrechen in West Papua dokumentiert. Gemeinsam haben die beiden vor dem UN Menschenrechtsrat von den Vergehen der indonesische Regierung berichtet. Doch was bringt eine Gerichtsbarkeit außerhalb der von Indonesien anerkannten Rechtsinstitutionen?

Sammlungsstücke aus Ozeanien und anderswo
Ein Großteil der Ethnologischen Sammlung in Freiburg besteht aus kolonialen Exponaten, unter anderem aus Ozeanien. Einige dieser Objekte haben die beiden Marineoffiziere Walther Brandt und Paul Werber mitgebracht, die auf dem Schiff S.M.S Cormoran der kaiserlichen Marine stationiert waren. Wie genau sind die Sammlungsstücke nach Freiburg gekommen? Durch »alltäglichen« Handel, »Schenkungen« durch Indigene oder aktive Ausbeutung durch kriegerische Handlungen? Mit diesen Fragen hat sich ein Forscher*innenteam der Ethnologischen Sammlung beschäftigt. Anuk Oltersdorf vom südnordfunk spricht mit Nicole Landmann-Burkhardt, Leiterin der Ethnologischen Sammlung am Museum Natur und Mensch, über die kolonialen Bezüge der Kulturgüter aus Ozeanien und die Arbeit der Ethnologischen Sammlung insgesamt.

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