monatliche Übersicht über die Audiobeiträge und die Magazinsendung

südnordfunk Newsletter #140 | Januar 2026

 
    südnordfunk #140                                                                       Webansicht
 
 

     Die iz3w Magazinsendung im Januar 2026

  

Während die US-Regierung munter das Völkerrecht bricht und die ganze Welt hinschaut, ringen andernorts - eher unbeachtet - Menschen weiterhin um ihre Zukunft – gegen gebrochene Versprechen, gegen die Trägheit internationaler Institutionen, gegen ein Klima, das sich schneller verändert als die Politik darauf reagiert. 

Die Januarausgabe des südnordfunk widmet sich genau diesen Kämpfen: Sie führt uns in die Geflüchtetenlager der Menschen aus Westsahara, wo eine UN-Resolution die Hoffnungen auf Selbstbestimmung zunichtemacht. Wir schauen Richtung Pazifik auf die Inselrepublik Fidschi, wo die Klimakrise nicht abstrakte Zukunftsprognose ist, sondern bereits tödliche Gegenwart – und wo zivilgesellschaftliche Akteure tun, was Regierungen versäumen. Und die Januarsendung zeigt uns die Straßen Limas, wo seit Wochen eine Generation aufbegehrt, die von einem korrupten politischen System längst nichts mehr erwartet.

Es geht wie so oft um die Frage nach Handlungsmacht in einer Weltordnung, die strukturell darauf angelegt ist, bestimmte Stimmen zu marginalisieren. Die sahrauischen Aktivist*innen in unserem Beitrag erleben, wie Großmachtinteressen über ihr Recht auf Selbstbestimmung entscheiden. Die fidschianische Klimaexpertin Vani Catanasiga berichtet von einer Klimakonferenz, auf der die Hauptverursacher-Länder sich erneut vor ihrer Verantwortung drücken. Und in Peru formiert sich Widerstand gegen ein System, das selbst den Anschein demokratischer Legitimität verloren hat.

Doch bei aller Ernüchterung zeigen unsere Gesprächspartner*innen auch, wo Widerstand entsteht und wo neue Allianzen wachsen. Zwischen urbaner GenZ und indigenem Widerstand in Peru. Zwischen pazifischen Inselstaaten und europäischer Zivilgesellschaft. Zwischen den Generationen in den sahrauischen Camps, wo Jugendliche trotz allem an der Vision eines freien Staates festhalten.

In diesem Sinne euch allen viel Schwung für das Jahr 2026! 

Ganze Sendung #140 

 

Die Künstlerin Asria erzählt in einem Video Geschichten aus Westsahara | Videostill Humanrightshouse
 

Magazinbeiträge

 

Westsahara - Marokko

»Marokko will die Westsahara von den sahrauischen Jugendlichen befreien«

Der UN-Sicherheitsrat hat Anfang November eine Resolution verabschiedet, die den Autonomieplan Marokkos für die Westsahara unterstützt. Diesem Plan zufolge würde die Westsahara als autonome Region unter marokkanischer Souveränität verbleiben.

Das klingt zwar zunächst einmal nach Autonomie. Doch: Mit dieser Resolution sind viele Bewohner*innen der Westsahara keineswegs einverstanden. Denn der Plan rückt von der von ihnen erhofften vollständigen Unabhängigkeit ab und stärkt Marokkos politische Position in dem langjährigen Konflikt.

Wenige Tage, bevor die Resolution verabschiedet wurde, sprach der südnordfunk mit drei Aktivist*innen aus der Westsahara über das Leben in den Geflüchtetenlagern, im Exil und über ihre Sorgen. 

 

Fidschi

»Wenn sich das Meer erwärmt, ist der Fisch giftig«

Die Inselrepublik Fidschi kann sich eine Schlappe der internationalen Klimapolitik nicht leisten

Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém im November 2025 war in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Vor allem wanden sich die Industriestaaten, zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, um ihre Verpflichtungen und dem notwenigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Sie konnten sich nicht einmal auf eine robuste Klimafinanzierung einigen, damit sich andere Länder vor den Folgen der Wetterextreme besser schützen können. Dabei hat die  Welt die 1,5°C-Gefahrenschwelle – zumindest für einige Jahrzehnte – bereits überschritten. Doch ist damit die Klimadiplomatie gescheitert? Und wenn, was folgt daraus? Für die Gruppe der Kleinen Inselstaaten, die mehr als andere Länder von den Klimafolgen betroffen sind, ist es keine Option, die internationale Klimapolitik trotz alljärhlicher Enttäuschungen gänzlich in Frage zu stellen.

Für die Inselrepublik Fischi sieht Vani Catanasiga, Geschäftsführerin der NGO Fiji Council of Social Services (FCOSS), neben Misserfolgen auch kleine Fortschritte – und eine große Verantwortung.

 

 

Peru

»Alle sollen gehen!«

GenZ Proteste in Peru

Junge Menschen gehen in Peru auf die Straße – gegen politische Gewalt, institutionelles Versagen und ein System, das sie nicht repräsentiert. Im Interview mit Gen-Z-Aktivistin Gabriela Santos Tacuri und der indigenen Aktivistin und Soziologin Diana T’ika Flores Rojas zeigt der Beitrag, wie sich urbane Jugendproteste mit indigenem, landwirtschaftlichem Widerstand verbinden. Es ist eine Geschichte über Repression, Solidarität und die Suche nach neuen politischen Wegen inmitten einer tiefen Krise.

 
 

Lesestoff

»iz3w-Dossier zur Künstlichen Intelligenz«

In diesem Dossier fragen unsere Autor*innen, wie Künstliche Intelligenz bestehende Herrschaftsverhältnisse stabilisiert oder verschärft  – und wie viel Substanz der Hype um KI als gesellschaftlicher Transformationsmotor überhaupt hat.

 
 

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